Wärmepumpen mit bis zu 200 °C Vorlauftemperatur sollen Industrieunternehmen den Ausstieg aus Öl und Gas erleichtern. Copeland stellt dafür Lösungen vor.
Industrielle Wärmepumpen mit Temperaturen von bis zu 200 °C, Großanlagen für die Fernwärmeversorgung und intelligente Regelungstechnik: Auf der Chillventa 2026 zeigte Copeland, wie sich die Dekarbonisierung von Gebäuden und Industrieprozessen beschleunigen lässt. Im Mittelpunkt standen Lösungen, die Energieverbrauch und CO₂-Emissionen gleichermaßen reduzieren sollen.
Copeland bedient mit seinen Produkten mehrere Märkte: Gewerbe, Industrie, Wohnbereich sowie die Kühlkette. Was diese Bereiche eint, ist das Ziel, die Dekarbonisierung voranzutreiben. „In all diesen Segmenten konzentrieren wir uns darauf, wie wir wirklich einen tiefgreifenden Beitrag zur Dekarbonisierung und zur Energieeffizienz leisten sowie Rohstoffe entlang der Kühlkette schützen können“, sagte Sandro Matic, Präsident Amerika von Copeland.

„Wir erschaffen Lösungen, die als ganzes Ökosystem funktionieren“, erklärt Matic. Dabei fokussiert sich das Unternehmen auf die Verdichter- und Regelungskomponenten, die das Herz und Gehirn eines jeden Kältesystems bilden. Matic: „Wenn man beides zusammenbringt, ist es das, was letztlich erstklassige Effizienz und Zuverlässigkeit über die gesamte Lebensdauer der Anwendungen unserer Kunden hinweg sicherstellt.“
Eine Herausforderung ist dabei, die richtige Balance zu finden, um das Projekt später auch in industrieller Größe und auf einfache Weise skalieren zu können. Denn eine schnelle und einfache Installation sei gewinnentscheidend, vor allem in Anbetracht des Fachkräftemangels.
Wie diese Strategie in konkreten Anwendungen umgesetzt wird, zeigte Copeland anhand verschiedener Wärmepumpenlösungen für Fernwärme und Industrie. Ein besonderes Exponat auf der Chillventa war eine Großwärmepumpe. Sie erreicht laut Sandro Matic bis zu 95°C und kann zum Beispiel in einer Fernwärme-Wärmepumpenanwendung eingesetzt werden. Sie soll tausende von Haushalten mit warmem Wasser versorgen können.
Zuletzt übernahm Copeland außerdem den deutschen Hersteller SPH. Dessen Wärmepumpen erwärmen auf bis zu 200°C. Diese Temperaturen werden in Fabriken benötigt. „Wenn Unternehmen diese Wärmepumpen einsetzen, brauchen sie keinen Heizkessel mehr. Und Heizkessel werden heute überwiegend mit Öl und Gas betrieben“, schildert Matic und fügt hinzu: „Industriebetriebe dekarbonisieren damit automatisch und sind in der Regel deutlich effizienter als mit einem Heizkessel.“
Für Copeland liegt in industriellen Wärmepumpen ein zentraler Hebel der Energiewende. Da Wärmeprozesse nach Unternehmensangaben 40 bis 60 % des industriellen Energieverbrauchs ausmachen, könnte ihr Einsatz erhebliche CO₂-Einsparungen ermöglichen und den Abschied von fossilen Brennstoffen beschleunigen.