Wärmebildkameras machen sichtbar was dem bloßen Auge verborgen bleibt. Auch in der Kältetechnik können sie sinnstiftend zur Detektion von Problemstellen eingesetzt werden.
Wärmebildkameras werden in zahlreichen professionellen Bereichen eingesetzt. Feuerwehren nutzen sie bei Bränden, in Städten kommen sie in Verkehrsleitsystemen und in der Produktion zur Qualitätskontrolle zum Einsatz. Festinstallierte Wärmebildkameras können zudem die Brandfrüherkennung unterstützen. Handgehaltene Systeme werden in der Industrie zur zustandsorientierten Instandhaltung verwendet, insbesondere bei Elektroinstallationen, aber auch bei mechanischen Komponenten in Produktionsprozessen. In der Baudagnostik und Gebäudeenergieberatung dienen Wärmebildkameras unter anderem dazu, Dämmungen und Isolierungen zu untersuchen, Dichtigkeitsprüfungen wie Blower-Door-Tests zu begleiten oder Feuchtigkeit etwa im HLK-Bereich und im Mauerwerk zu erkennen.
Dabei kommen auch bauthermografische Funktionen wie ein automatischer Taupunktalarm zum Einsatz. Energieversorger verwenden spezielle hochauflösende Wärmebildkameras mit Sucher im Hochspannungsbereich, Stahlproduzenten Kameras für den Hochtemperaturbereich, beispielsweise an Hochöfen. Chemieunternehmen nutzen spezielle Gasvisualisierungskameras, um bestimmte unsichtbare Gase sichtbar zu machen. Security-Wärmebildkameras können außerdem zur Überwachung von Unternehmensgeländen eingesetzt werden und können auch bei Dunkelheit oder ungünstigen Wetterbedingungen Personen erkennen. Ein weiteres bedeutsames Anwendungsgebiet ist die Überwachung von Kältetechnik.
Für die Lagerung größerer Warenmengen bei Minusgraden werden häufig begehbare Gefrierzellen eingesetzt. In solchen Gefriereinheiten lassen sich ganze Räume mit Waren, in der Regel Lebensmitteln, bei niedrigen Temperaturen lagern. Der für die Kühlung erforderliche Energieeinsatz hängt unter anderem davon ab, wie viel Wärme von außen eindringt. Um den Zustand der Dämmung von Gefrierzellen zu prüfen, untersuchen Thermografen die Dämmstoffe mit Wärmebildkameras.

Die Inspektion begehbarer Gefrierzellen, Kühlräume und anderer großer gewerblicher Kühleinheiten ähnelt nach Angaben von Wolfgang Blunck, Key Account Manager DACH bei Flir, der Untersuchung von Gebäudedämmungen. Der Unterschied liege in der Bewegungsrichtung der Wärme: Bei Gebäuden werde üblicherweise nach Wärmeverlusten von innen zur Außenluft gesucht. Bei Kühleinheiten gehe es dagegen um Wärme, die von außen in die Kühlzelle eindringt. Der zugrunde liegende Mechanismus der Wärmeübertragung sei vergleichbar, so Blunck.

Bei der Inspektion begehbarer Gefrierzellen können undichte oder schadhafte Bereiche der Dämmung sichtbar werden. Wärmeverluste können nach Angaben von Blunck zusätzliche Energiekosten verursachen. Werden solche Undichtigkeiten frühzeitig erkannt, könne der Eigentümer die fehlerhafte Dämmung reparieren und damit einen weiteren Anstieg des Energieverbrauchs vermeiden. Blunck berichtet vor dem Hintergrund gestiegener Energiepreise außerdem von einer zunehmenden Nachfrage nach Inspektionen begehbarer Kühl- und Gefrierzellen.

In begehbaren Gefrierzellen und Kühlräumen treten laut Wolfgang Blunck häufig Dämmungsprobleme auf. Auch bei neu gebauten Kühleinheiten würden immer wieder Konstruktionsfehler festgestellt. Sind beispielsweise die Dichtungen zwischen den Dämmplatten nicht ordnungsgemäß geschützt, können Wärmebrücken entstehen und den Energieverbrauch erhöhen. Bei älteren Einheiten können sich Dämmungsfehler mit der Zeit auch durch Verschleiß entwickeln. In beiden Fällen hält Blunck Wärmebildkameras für ein geeignetes Verfahren, um schadhafte Dämmungen zu erkennen. Andere Verfahren wie Punkt-Pyrometer seien bei solchen Inspektionen nach seiner Einschätzung keine gleichwertige Alternative. Bei ihrem Einsatz bestehe ein höheres Risiko, Probleme zu übersehen, die sich in Wärmebildern erkennen ließen.

Laut Wolfgang Blunck ist die Qualität der Wärmebildkamera bei Inspektionen dieser Art entscheidend. "Für die Erkennung von Wärmebrücken in der Dämmung von Gefrierzellen braucht man qualitativ hochwertige Wärmebilder. Sowohl die thermische Empfindlichkeit als auch die Genauigkeit sind sehr wichtig – für mich ist jedoch darüber hinaus auch die Bildauflösung ausschlaggebend. Man muss auch in der Lage sein, das zu interpretieren, was man im Wärmebild sieht. Wenn eine Kamera eingesetzt wird, die Wärmebilder mit einer Auflösung liefert, die geringer als 640 x 480 Pixel ist, fehlen eventuell notwendige Informationen, um die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen."
Eine Flir-Wärmebildkamera wie das Modell T865 eignet sich laut Wolfgang Blunck hervorragend für diese Inspektionen. "Mit 640 x 480 Pixeln Bildauflösung, einer thermischen Empfindlichkeit von 40 mK (0,04 °C) und einer Genauigkeit von ± 2 °C oder ± 2% des abgelesenen Wertes sind die Wärmebilder der Flir T865 qualitativ hochwertig. Die T865 ist zudem sehr anwenderfreundlich, und im Vergleich mit anderen Kameras möchte ich besonders die Bildqualität und das Design hervorheben. Ein ergonomisches Design ist für Profi-Anwender ebenfalls sehr wichtig, es sei denn, sie legten Wert auf Rückenschmerzen oder Verspannungen der Armmuskulatur."
Ein weiteres wichtiges Merkmal der Wärmebildkamera für diese Kälte-Anwendungen ist laut Wolfgang Blunck der Kalibrierungsbereich. "Die Flir T865 ist auf eine minimale Temperatur von -40 °C kalibriert. Dies ist äußerst wichtig, damit man exakte Temperaturmessungen durchführen kann. Die meisten Gefrierzellen sind auf eine Temperatur zwischen -20 °C und -30 °C eingestellt. Die Flir T865 kann jedoch sogar bei Temperaturen unterhalb des offiziellen Kalibrierungsbereichs, wie etwa bei einigen extrem kalten Gefrierzellen, die ihren Inhalt auf -50 °C oder sogar -60 °C herunterkühlen, immer noch Dämmungsfehler darstellen." (Frank Liebelt)
CHILLVENTA 2026 Halle 6, Stand 337