Sieben Branchenorganisationen warnen vor Folgen eines pauschalen PFAS-Verbots für Kälte-, Klima- und Wärmepumpentechnik und fordern Ausnahmen.
Organisationen der Kälte-, Klima- und Wärmepumpenbranche haben sich in einem gemeinsamen Brief an Abgeordnete relevanter Bundestagsausschüsse und betroffene Bundesministerien gewandt. Sie fordern, bei der geplanten PFAS-Regulierung zwischen unterschiedlichen Anwendungen und deren tatsächlichen Emissions- und Umweltrisiken zu unterscheiden. Neben den Umweltfolgen sollten den Verbandsvertretern zufolge auch die wirtschaftlichen Auswirkungen möglicher Verbote berücksichtigt werden.
Anlass ist das laufende PFAS-Beschränkungsverfahren der Europäischen Chemikalienagentur ECHA. Nach Angaben der Organisationen liegt noch keine endgültige Entscheidung vor. Zunächst müssten die Bewertungsverfahren abgeschlossen werden, bevor die Europäische Kommission über einen Verordnungsvorschlag entscheidet.
Die Unterzeichner unterstützen nach eigener Aussage das Ziel, schädliche PFAS-Einträge in die Umwelt zu verringern. Zugleich verweisen sie darauf, dass die von der geplanten Beschränkung betroffenen fluorierten Kältemittel bereits durch die EU-F-Gase-Verordnung reguliert werden.
Als bestehende Vorgaben nennen sie unter anderem Zertifizierungspflichten für Fachpersonal, Dichtheitskontrollen, die Rückgewinnung von Kältemitteln und Inverkehrbringungsverbote für bestimmte Anlagen. Unternehmen und Anlagenbetreiber hätten bereits hohe Investitionen getätigt, um diese Anforderungen umzusetzen. Sinkende F-Gas-Emissionen werten die Organisationen als Beleg für die Wirksamkeit der Maßnahmen.
Nach Auffassung der Verbände sollte auch eine künftige PFAS-Regulierung Ausnahmen zulassen. Diese seien insbesondere dann notwendig, wenn technisch geeignete Alternativen fehlen, sicherheitstechnische Anforderungen den Einsatz anderer Kältemittel ausschließen oder unverhältnismäßige wirtschaftliche Folgen drohen.
Die Organisationen plädieren dafür, tatsächliche Emissionen weiter zu reduzieren. Dazu zählen sie dichte Anlagen, qualifiziertes Fachpersonal, regelmäßige Kontrollen und die konsequente Ahndung von Verstößen.
Ein Verbot ohne ausreichende Ausnahmen oder Übergangsfristen könne erhebliche technische und wirtschaftliche Folgen haben. Als betroffene Anwendungen nennen sie Wärmepumpen, Rechenzentren, industrielle Kälteanlagen und die Lebensmittelkühlung sowie weitere Bereiche in Gewerbe und Industrie. Diese seien für Versorgungssicherheit und Energiewende von Bedeutung.
„Die Vermeidung von PFAS-Emissionen ist unser gemeinsames Ziel“, erklären die beteiligten Organisationen. „Gleichzeitig dürfen gesellschaftlich und wirtschaftlich unverzichtbare Anwendungen der Kälte-, Klima- und Wärmepumpentechnik nicht gefährdet werden.“
Unterzeichnet haben den Brief der Bundesindustrieverband Technische Gebäudeausrüstung (BTGA), der Bundesverband Kältemittel Wirtschaft (BVKMW), der Fachverband Gebäude-Klima (FGK), der Herstellerverband Raumlufttechnische Geräte, die TGA-Repräsentanz Berlin, der Verband Deutscher Kälte-Klima-Fachbetriebe (VDKF) und der VDMA-Fachverband Allgemeine Lufttechnik. (pl)