Die Kältetechnik in Deutschland hatte ein Exportplus von 6% im Vergleich zu 2025. Dennoch bestehen Unsicherheiten in der Branche, die Handlung erfordern.
Der VDMA Fachverband Allgemeine Lufttechnik (ALT) eine Bilanz der aktuellen Branchenlage. Die Gespräche auf der Chillventa zeigten dem Verband einerseits widerstandsfähige Märkte und eine anhaltende Nachfrage nach energieeffizienten Technologien. Andererseits belasten regulatorische Unsicherheiten, fehlende Planungssicherheit und der internationale Wettbewerbsdruck die Unternehmen.
Erfreulich entwickelte sich zuletzt das Exportgeschäft der Kältetechnik, so der Verband. Die Exporte aus Deutschland erreichten 2025 einen Wert von rund 3,5 Mrd. EUR und lagen damit fünf Prozent über dem Vorjahresniveau. Rund 73 % der Ausfuhren gingen nach Europa. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 legten die Exporte gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum nochmals um sechs Prozent zu. „Energieeffiziente Lösungen für Industrie und Gebäude werden weiterhin stark nachgefragt. Unsere Unternehmen verfügen über innovative Technologien und sind international wettbewerbsfähig“, sagt Robert Hild, Geschäftsführer des VDMA Fachverbands Allgemeine Lufttechnik.
Zu den größten Herausforderungen zählen laut der Unternehmen die europäische F-Gase-Verordnung, das laufende PFAS-Beschränkungsverfahren sowie eine insgesamt wachsende Regulierungsdichte. Hinzu kommen geopolitische Unsicherheiten und eine zurückhaltende Investitionstätigkeit in wichtigen Kundenbranchen.
Entscheidend sei laut dem VDMA ALT, dass politische Ziele, technische Möglichkeiten und Umsetzungsfristen zusammenpassen. Wichtig ist daher eine Regulierung, die stärker an technischer Machbarkeit und Praxistauglichkeit ausgerichtet ist. Erforderlich sind realistische Übergangsfristen, belastbare Übergangslösungen und technologieoffene Vorgaben. Nicht für jede Anwendung stehen bereits heute gleichwertige Alternativen zur Verfügung, sagt der Verband. Gleichzeitig müssen bürokratische Doppelstrukturen abgebaut und Investitionen in Deutschland und Europa erleichtert werden.
„Die Gespräche auf der Chillventa haben gezeigt, dass die Branche über die notwendigen Technologien für Energieeffizienz, Klimaschutz und Versorgungssicherheit verfügt. Damit diese Potenziale ausgeschöpft werden können, sind verlässliche politische Rahmenbedingungen, weniger bürokratische Komplexität und langfristige Investitionssicherheit notwendig“, so Robert Hild. (ab)