Eine Doppelhaushälfte statt mit einer Ölheizung mit zwei Multisplit-Systemen beheizt und im Sommer gekühlt. FGK zeigt das Beispiel auf der Chillventa.

Luft-Luft-Wärmepumpen können Räume sowohl beheizen als auch kühlen und bei Bedarf entfeuchten. Der Fachverband Gebäude-Klima (FGK) zeigt anhand eines aktuellen Sanierungsprojektes, wie sich die jährlichen Heizkosten mit dem Austausch einer Ölheizung nach Angaben der Bewohner um mehr als 40 % reduzieren lassen. Die Kühlung verursachte im ersten vollständigen Betriebsjahr zusätzliche Stromkosten von 63 EUR.
Bei dem Gebäude handelt es sich um eine Doppelhaushälfte mit 158 m² Wohnfläche. Die bisherige Ölheizung wurde durch zwei Multisplit-Systeme mit jeweils einer Außeneinheit ersetzt. Insgesamt sechs Innengeräte versorgen sechs Räume. Für die Trinkwarmwasserbereitung wurde ein neuer Speicher mit elektrischem Heizstab eingebaut. Einen Teil des benötigten Stroms liefert eine bereits vorhandene Photovoltaikanlage.
Im Winter übernehmen die beiden Multisplit-Systeme den überwiegenden Teil der Beheizung. An kalten Tagen ergänzt ein Kaminofen die Wärmeversorgung. Im Sommer werden die Geräte zur Kühlung und Entfeuchtung der Räume eingesetzt.
Den höchsten Kühlbedarf hat nach Angaben des FGK das Dachgeschoss. Dort befindet sich ein ganztägig genutztes Homeoffice, weshalb das zugehörige Innengerät über längere Zeiträume läuft. Die übrigen Räume werden nach Bedarf gekühlt. Im Schlafzimmer liegen die eingestellten Raumtemperaturen zwischen 21 und 25 °C, in den anderen Räumen zwischen 25 und 27 °C.

Der Ausbau und die Entsorgung der alten Ölheizung einschließlich der Tanks kosteten laut FGK rund 2.000 EUR. Für die Multisplit-Systeme mit zwei Außen- und sechs Inneneinheiten wurden etwa 20.000 EUR angesetzt. Hinzu kamen jeweils gerundete 5.000 EUR für Elektroarbeiten und Energieberatung.
Die förderfähigen Kosten für den Heizungstausch beliefen sich damit auf rund 27.000 EUR. Im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude wurde die Maßnahme mit 30 % beziehungsweise 8.100 EUR bezuschusst. Für den Trinkwarmwasserspeicher kamen etwa 8.000 Euro hinzu. Unter Berücksichtigung einer Abschreibung von rund 600 EUR nennt der FGK Bruttogesamtkosten von rund 26.000 EUR.

Vor der Sanierung wurden jährlich etwa 2.000 l Heizöl verbraucht. Dafür entstanden Kosten von rund 2.000 EUR. Zusammen mit etwa 120 EUR für den Kaminofen lagen die jährlichen Heizkosten nach Angaben des Verbands bei rund 2.120 EUR.
Für den Zeitraum von Juli 2025 bis Juni 2026 weist der FGK einen Stromverbrauch der Luft-Luft-Wärmepumpen von 2.255 kW/h aus. Die Kosten dafür werden mit rund 680 EUR angegeben. Für die elektrische Warmwasserbereitung kamen hochgerechnet 1.100 kW/h und Kosten von etwa 330 EUR hinzu. Der Betrieb des Kaminofens verursachte weitere Kosten von rund 210 EUR.
Insgesamt beliefen sich die Heizkosten im ersten vollständigen Betriebsjahr damit laut den Berechnungen der Bewohner auf rund 1.220 EUR. Gegenüber dem vorherigen System entspricht dies einer Ersparnis von etwa 900 EUR beziehungsweise mehr als 40 %.
Für die Kühlung wurden im betrachteten Jahr nach Angaben des FGK rund 350 kW/h Strom benötigt. Etwa 40 % davon deckte die Photovoltaikanlage. Für den verbleibenden Netzstrom entstanden bei einem angenommenen Strompreis von 30 ct je kW/h Kosten von 63 EUR.
Während einer Hitzeperiode mit Tageshöchsttemperaturen zwischen 27 und fast 40 °C benötigte die Anlage bei Außentemperaturen bis etwa 30 °C täglich sechs bis acht kW/h. An Tagen mit Höchsttemperaturen von mehr als 38 °C lag der Strombedarf entsprechend höher. Konkrete Verbrauchswerte für diese besonders heißen Tage nennt der Verband nicht.
Das Praxisbeispiel zeigt nach Einschätzung des FGK, dass Luft-Luft-Wärmepumpen bei einer Sanierung sowohl für die Beheizung als auch für die sommerliche Kühlung eingesetzt werden können. Zusätzlich ermöglichen die Geräte eine Entfeuchtung der Raumluft. (pl)
CHILLVENTA - Halle 7A / Stand 405