Statt zu kühlen, heizten die Anlagen plötzlich auf 50°C. Ein europaweiter Cyberangriff auf Supermarkt-Kühlungen hat nun auch einen Edeka-Markt in Niederbayern getroffen.
Ein europaweiter Cyberangriff auf Kühl- und Gefrieranlagen in Supermärkten hat nun auch Deutschland erreicht. Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks war eine Edeka-Filiale im niederbayerischen Reisbach betroffen. Unbekannte Angreifer sollen in der Nacht auf Montag die Steuerung der Kühlanlagen manipuliert und diese auf „50 Grad heizen“ gestellt haben.
Die Folgen waren erheblich: Große Mengen gekühlter und tiefgekühlter Lebensmittel mussten entsorgt werden. Nach Angaben des Betreibers konnte lediglich ein Teil der Ware über Foodsharing gerettet werden. Bereits ab Dienstag sollen die Regale wieder mit frischen Produkten bestückt werden.
Ähnliche Vorfälle wurden zeitgleich aus mehreren europäischen Ländern gemeldet, darunter Belgien, Schweden, Irland, Italien, Portugal und die Niederlande. Experten vermuten hinter den Attacken gezielte Sabotage, da bislang keine Lösegeldforderungen bekannt wurden. Bereits Mitte Oktober hatte ein vergleichbarer Cyberangriff zahlreiche französische Supermärkte getroffen und zum Ausfall vernetzter Kühlsysteme geführt.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hatte nach den Vorfällen in Frankreich vor ähnlichen Angriffen in Deutschland gewarnt und Betreibern empfohlen, vernetzte Steuerungssysteme besser gegen Zugriffe aus dem Internet abzusichern. (ab)
Quelle: BR