Zur Chillventa erweitert Frascold sein Portfolio um acht Ammoniak-Schraubenverdichter und elf zweistufige CO₂-Modelle.
Frascold erweitert sein Verdichterprogramm für die Kältemittel R717 und CO₂. Die neue Baureihe Aluminium umfasst halbhermetische Schraubenverdichter für industrielle Anwendungen mit Ammoniak. Eine weitere Serie mit zweistufigen CO₂-Kolbenverdichtern ist unter anderem für kleinere gewerbliche Kälteanlagen vorgesehen. Beide Baureihen werden auf der Chillventa 2026 vorgestellt.
Die Aluminium-Serie wurde für die Lagerung und Tiefkühlung in mittelgroßen und großen Industriebetrieben entwickelt. Als mögliche Einsatzgebiete nennt Frascold die Lebensmittel-, Chemie- und Pharmaindustrie. Der vorgesehene Temperaturbereich der Anwendungen reicht von +5 bis -40 °C.
Ammoniak besitzt nach Angaben des Unternehmens ein Ozonabbaupotenzial und ein Treibhauspotenzial von jeweils null. Frascold verweist zudem auf die thermodynamischen Eigenschaften des Kältemittels bei niedrigen Temperaturen. R717 gehört nach der ASHRAE-Klassifizierung allerdings zur Sicherheitsgruppe B2L und gilt damit als toxisch und schwer entflammbar. Planung und Betrieb erfordern daher entsprechende Sicherheitsmaßnahmen.
Bei der Entwicklung der Verdichter spielte die Materialauswahl für den Motor eine zentrale Rolle. Kupfer und kupferhaltige Legierungen können bei Kontakt mit Ammoniak korrodieren. Frascold setzt deshalb auf Aluminium in Verbindung mit Permanentmagneten. Diese Ausführung soll nach Angaben des Herstellers die chemische Beständigkeit und die Betriebssicherheit verbessern.

Die Baureihe umfasst acht Modelle. Die Ausführung ALU-L ist für Niedertemperaturanwendungen, ALU-H für Mitteltemperaturanwendungen vorgesehen. Bei 50 Hz liegen die Volumenströme zwischen 315 und 470 m³/h. Bei 60 Hz gibt Frascold Werte zwischen 378 und 564 m³/h an.
Die Motorleistungen reichen von 130 bis 160 HP beziehungsweise von 97 bis 120 kW. Der zulässige Frequenzbereich beträgt 30 bis 60 Hz. Als Auslegungsdrücke gibt der Hersteller 20,5 bar auf der Niederdruckseite und 30 bar auf der Hochdruckseite an. Die maximale Auslasstemperatur liegt bei 90 °C.
Für die ALU-L-Modelle nennt Frascold Verdampfungstemperaturen von -45 bis -10 °C. Bei den ALU-H-Ausführungen reicht der Bereich von -20 bis +5 °C. Der Motor ist in den Verdichter integriert. Zusammen mit der Auswuchtung der Komponenten soll dies die Geräuschemissionen verringern, heißt es von Frascold. Die Verbindung aus Frequenzumrichter und einer Regelung des variablen inneren Volumenverhältnisses ermöglicht demnach eine Anpassung an unterschiedliche Lastzustände.
Die zweite neue Baureihe besteht aus zweistufigen CO₂-Kolbenverdichtern. Sie ist für Niedertemperaturanwendungen in einzelnen Kühlmöbeln, kleinen Kühlräumen und gewerblichen Tiefkühlgeräten vorgesehen. Frascold adressiert damit unter anderem Einzelverdichtereinheiten, die als Gas-Cooler-Units ausgeführt werden.
Die Serie umfasst elf Modelle in drei Baugrößen und basiert auf den transkritischen CO₂-Verdichtern der Reihe TK Heavy Duty. Die neuen Modelle wurden laut Frascold für Anwendungen mit hoher Dauerbelastung und den Betrieb mit Frequenzumrichtern ausgelegt.
Die Volumen der ersten und zweiten Verdichtungsstufe sind aufeinander abgestimmt. Für die mechanisch beanspruchten Bauteile verwendet Frascold hochfesten Stahl. Die Kolben besitzen eine nitrierte und gebürstete Oberfläche. Weitere Komponenten wie Kolbenbolzen, Buchsen, Zylinder und Kolbenringe sind mit reibungsmindernden Oberflächenbehandlungen versehen. Diese Maßnahmen sollen Reibung und Verschleiß reduzieren.
Bei den Vierzylindermodellen trennen innere Zwischenwände die Ölwanne vom Motor. Dadurch soll weniger Öl in das Ansauggas gelangen. Anschlüsse für Flash-Tanks, Enthitzer und Unterkühler ermöglichen die Einbindung der Verdichter in unterschiedliche Anlagenkonfigurationen.
Der Nennvolumenstrom der ersten Verdichtungsstufe liegt nach Herstellerangaben bei 50 Hz zwischen 1,5 und 12,6 m³/h. Bei 60 Hz reicht er von 1,8 bis 15,1 m³/h. Der maximal zulässige Druck beträgt auf der Ansaugseite bis zu 100 bar und auf der Druckseite bis zu 155 bar. Die Verdichter sind laut Frascold für maximale Betriebstemperaturen von 160 °C und minimale Verdampfungstemperaturen von -50 °C ausgelegt.
CHILLVENTA - Halle 5, Stand 336