Im Werk eines Automobilzulieferers hat L&R eine Kälteanlage installiert, die das benötigte Kälteniveau für die Lackierung von Komponenten sicherstellt.
Für jeden Autokäufer sind makellose Karosserie-Oberflächen selbstverständlich. Das gilt auch dann, wenn Teile der Außenhaut aus Kunststoff gefertigt werden – Stoßfänger, Spoiler, Außenspiegel, auch Kotflügel und Heckklappen. Die sichtbaren Freiformflächen, auch Class-A-Flächen genannt, stellen aber hohe Anforderungen an die (Niedrigtemperatur-)Lackierung und an das „Colour Matching“ mit der Stahlkarosserie, die separat lackiert wird.
Ein Automobilzulieferer produziert in einem seiner deutschen Werke hochwertige und großflächige Spritzgussbauteile wie Stoßfänger, Kühlergrills und Abdeckungen. Nach dem Spritzgießen werden diese Bauteile zunächst lackiert. Dann folgt der Transport in die Trocknungskammer und anschließend weiter zur Abkühlung mit aufbereiteter und über Kühlregister auf 15°C temperierter Frischluft. So entstehen hochwertige lackierte Kunststoff-Karosserieteile mit perfekter Farbgebung.
Die Anlage, die diesen Kühlregistern die Kälte bereitstellt, musste erneuert werden, weil ein neuer und großer Auftrag die Erweiterung der Lackieranlage erforderte. Den Auftrag erhielt L&R Kältetechnik. Inzwischen ist die neue Kälte- bzw. Rückkühlanlage in Betrieb. Sie stellt 15°C kaltes Kühlmedium bereit, bei einer Kühlleistung von 130 kW. Die Anlage zeichnet sich laut Angaben des Unternehmens durch hohe Energieeffizienz aus.
Zu den effizienzsteigernden Merkmalen der Kälteanlage gehören Kondensatoren mit drehzahlgeregelten Ventilatoren. Die gesamte Anlage wird über die im eigenen Hause programmierte Siemens-SPS bedarfsgerecht gesteuert. Die Visualisierung auf dem 7″-Touchpanel schafft die Voraussetzung für einfache Bedienung und für Transparenz an der Mensch-Maschine-Schnittstelle. Das verwendete Kältemittel ist Propan (GWP = 3). Alternativ können jedoch auch andere Kältemittel wie zum Beispiel das HFO-Blend R 513A (GWP = 629) eingesetzt werden. Propan verursacht geringe Kosten und ist BAFA-förderfähig.

Die Konstruktion der Anlage beeinträchtigte die laufende Produktion nicht. In der Halle nimmt sie keinen Platz weg, im Außenbereich nur unwesentlich, weil die Kondensatoren für die Luftzufuhr auf dem Containerdach montiert sind. Die (regelbaren) Verdampfer- und Verbraucherpumpen können als Doppelpumpen ausgeführt werden. Das sorgt laut L&R für eine hohe Produktions- und Ausfallsicherheit. Außerdem lässt sich die Anlage bei Bedarf per Fernüberwachung steuern. Das beschleunigt im Bedarfsfall den Service.
Parallel zur Kaltwasserversorgung für die Lackiererei hat L&R auch eine weitere, deutlich größere Kälteanlage für die Spritzgießmaschinen im selben Werk projektiert und gebaut – ebenfalls in Containerbauweise. Auch diese Anlage ist bereits in Betrieb. (ab)