Ratgeber

Projekt Wärmepumpe: Hilfestellung bei der Planung und Installation

Fachbetriebe, die für ihre Kunden Wärmepumpen installieren, müssen nicht nur die technischen Hinweise der Hersteller beachten. Es kommt auf die Vorbereitung der Installation an.

6 Min.20.05.2026, 14:00 Uhr
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Ein Wärmepumpe und mehrere Rohre, die von der Wärmepumpe wegführen und an der Decke des Raums verlaufen.
Die Viessmann Vitocal 300. Die Nenn-Wärmeleistung der Luft-Wasser-Wärmepumpe liegt zwischen 13,2 und 55,8 kW. Viessmann Holding International GmbH
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Wärmepumpen sind die Zukunft, zumindest wenn es nach den Vorstellungen der Bundesregierung geht. Demnach sollen bis zum Jahr 2025 rund 14 Mio. Wärmepumpen sowohl in Einfamilienhäusern als auch in Unternehmen installiert werden. Wärmepumpen sind besser als ihr Ruf.

Wie der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) mitteilt, kann die Wärmepumpen-Branche auf ein erfolgreiches Absatzjahr 2025 zurückblicken. Demnach stieg der Absatz mit 299.000 Heizungs-Wärmepumpen um 55 % im Gegensatz zum Vorjahr. Ähnlich äußert sich auch das Statistische Bundesamt (Destatis). Laut einer Analyse von Destatis werden Wärmepumpen in immer mehr Wohngebäuden hierzulande zum Heizen genutzt. Darüber hinaus habe sich der Anteil von Wärmepumpen als primäre Heizung in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt.

Herausforderung für das Fachhandwerk

Vor dem Hintergrund der ambitionierten Ziele der Bundesregierung und der Voraussetzung, dass der Absatz von Wärmepumpen in den kommenden Jahrzehnten ansteigt, kommen auf das Fachhandwerk einige Herausforderungen zu. Vor allem SHK-, aber auch das Elektrohandwerk sind bei der Installation der Wärmepumpen in Bestandsgebäuden sowie in Neubauten gefragt.  

„Die Planung hat dabei oberste Priorität“, betont Dr.-Ing. Matthias Wagnitz, Referent Energie- und Wärmetechnik beim Zentralverband Sanitär, Heizung, Klima (ZVSHK). Wenn es um die Planung geht, spielen zahlreiche, wichtige Faktoren eine Rolle. „Es muss zum Beispiel im Vorfeld definiert werden, bei welchen Temperaturen die Räume beheizt werden, damit die benötigte Leistung der Wärmepumpe berechnet werden kann“, sagt Wagnitz. Zudem sei ein hydraulischer Abgleich der Wärmepumpe notwendig sowie die Kenntnis des Fachhandwerkers darüber, woher der Strom kommt.

Der ZVSHK gibt Fachbetrieben zudem Tipps, worauf bei einem Angebot für eine Wärmepumpe geachtet werden muss:

Ist eine förderfähige Planung der Heizungsanlage enthalten? Dazu gehört die Heizlastermittlung nach DIN TS 12831 sowie eine Temperaturoptimierung der Heizungsanlage nach der ZVSHK-Fachregel „Optimierung von Heizungsanlagen im Bestand“.

  • Sind eine Demontage und Entsorgung der Altanlage im Angebot enthalten?
  • Enthält das Angebot Elektroarbeiten?
  • Ist die Zusammenarbeit zwischen den Gewerken Elektro und Heizung geklärt?
Ein weißer Mann in einem schwarzen Jackett und weißem Hemd vor grauem Hintergrund.
Dr.-Ing. Matthias Wagnitz, Referent Energie- und Wärmetechnik beim Zentralverband Sanitär, Heizung, Klima (ZVSHK) ZVSHK
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Unterstützung durch Hersteller

Die Hersteller von Wärmepumpen unterstützen das Fachhandwerk indes bei der Planung und Installation der Wärmepumpen. Vaillant ist einer der Anbieter, der mit einem Service- und Digitalisierungspaket wirbt. Der Hersteller stellt darüber hinaus den digitalen Service, „Energieplus“, für Fachbetriebe bereit. Hierbei handelt es sich laut eigenen Angaben um einen einfachen Service im Bereich des Energiemanagements Die Wärmepumpe wird über eine herstellereigene App in Betrieb genommen. „Damit wollen wir sicherstellen, dass die Wärmepumpe im Betrieb im Zusammenspiel mit einer Photovoltaikanlage möglichst effizient läuft“, erläutert Alexander Linder von der Vaillant Group. Ein weiterer Service des Anbieters für das Fachhandwerk nennt sich „Optimierungsplus“. Damit könne die Wärmepumpe aus der Ferne optimiert werden. „Außerdem haben wir die Garantien für unsere Produkte ausgeweitet, sodass wir eine Garantie von fünf Jahren für unsere neuen Wärmepumpensysteme geben, wenn diese online bei Vaillant registriert werden“, sagt Linder.

Eine transparente Wärmepumpe, durch die man den Ventilator sowie weitere Technik und Rohre erkennen kann.
Die Aro Therm Plus von Vaillaint ist eine Luft-Wasser-Pumpe, die mit dem natürlichen Kältemittel R290 ausgestattet ist. Vaillant Group

Der Konzern Wolf ist ein weiterer Anbieter, der sich auf Luft-Wasser-Wärmepumpen spezialisiert hat. Der Hersteller stellt den Fachbetrieben einen Wärmepumpenplaner zur Seite. Mit diesem Planer lassen sich laut eigenen Angaben unter anderem die geplante Luft-Wasser-Wärmepumpe objektspezifisch auslegen. Außerdem können damit der jährliche Energiebedarf ermittelt sowie der zu erwartende Stromverbrauch der Wärmepumpe berechnet werden. Darüber hinaus lassen sich mit dem Wärmepumpenplaner die jährlichen Energiekosten darstellen. Laut eigenen Angaben können die Fachbetriebe ihren Kunden transparent und nachvollziehbar aufzeigen, welches Einsparpotenzial durch den Einsatz einer Luft-Wasser-Wärmepumpe realistisch ist. Die Basis dafür seien Parameter wie zum Beispiel der Gebäudetyp, das Baujahr, die Heizlast und die Vorlauftemperaturen.

Darüber hinaus stellt der Anbieter den Fachbetrieben sogenannte digitale Auslegungstools zur Seite, mit denen sie ihren Kunden die zu erwartenden jährlichen Energiekosteneinsparungen einer Luft-Wasser-Wärmepumpe anschaulich darstellen können. Zudem berücksichtigen die digitalen Tools die realen Gebäude- und Anlagedaten des jeweiligen Projekts.

Modernisierung mit der Wärmepumpe

Im Rahmen von energetischen Sanierungen spielen Wärmepumpen eine immer bedeutendere Rolle. Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) stellt kostenfreie Broschüren und Publikationen für das Fachhandwerk auf seiner Webseite kostenfrei zur Verfügung. Der Verband gibt unter anderem Hilfestellung bei den Aufstellbedingungen einer Wärmepumpe, unabhängig vom Hersteller. In insgesamt fünf Schritten werden den Fachbetrieben Tipps an die Hand gegeben, wie sie das „Projekt Wärmepumpe“ bei ihren Kunden durchführen.

Neben allgemeinen Aufstellbedingungen wie der Bestimmung des Aufstellortes für die Inneneinheiten der Wärmepumpe und des Speichers gehören die Prüfung der Lage von erforderlichen Wand- und Deckendurchführungen sowie die Prüfung von Tür- und Treppenbreiten zu den allgemeinen Aufstellbedingungen einer Wärmepumpe. Wenn das Fachhandwerk, insbesondere das SHK-Handwerk, vor dem Hintergrund von Sanierungen und Modernisierungen Anlagen installiert, sind folgende Vorarbeiten ein Muss:

1. Wärmequellencheck

Die Wärmequelle muss im Vorfeld gemeinsam mit dem Kunden besprochen werden. Wenn er zum Beispiel Erdwärme nutzen möchte, müssen Fachhandwerker die Möglichkeit der Erdwärmepumpe in Betracht ziehen. Darüber hinaus müssen die Optionen, Vor- und Nachteile der Luft- und Grundwasser-Wärmepumpen vor der Installation besprochen werden.

2. Erdsonden

Der BWP weist die ausführenden Fachhandwerker in dem Leitfaden darauf hin, dass zu Beginn geprüft werden sollte, wo Bohrungen generell erlaubt sind. Jede Kommune hat dafür amtliche Vorgaben.

Zudem weist der BWP darauf hin, dass jedes Bundesland einen Leitfaden Erdwärme und Karten für die Erstsortierung zur Verfügung stellt. Außerdem sollten Fachbetriebe im Vorfeld der Installation die regionalen Besonderheiten abklären und die Dauer der amtlichen Genehmigungsverfahren mit einberechnen.

Der BWP weist außerdem auf eine Faustregel hin: „Um 100 Quadratmeter Wohnfläche zu beheizen, wird eine Erdwärmesonde mit rund 100 m Bohrtiefe benötigt. Voraussetzungen sind eine Heizlast von 6 kW und eine Entzugsleistung von rund 45 Watt.

3. Ermittlung der Heizlast

Im Vorfeld der Installation von Wärmepumpen ist die Heizlastermittlung unerlässlich. Es muss ermittelt werden, was der Kunde braucht. Außerdem ist eine Analyse seines Heizverhaltens notwendig. Die Heizlastermittlung sollte in einem späteren Schritt Eingang in das Angebot finden. Der BWP macht gleichzeitig auf die Möglichkeit zur Berechnung des Energiebedarfs aufmerksam. Die Gesamtwohnfläche in Quadratmetern sollte mit dem spezifischen Endenergieverbrauch multipliziert werden.

4. Hydraulischer Abgleich

Der Abgleich ist laut Angaben des Verbands dafür, dass alle Stränge und Heizflächen eines Heizsystems nur die tatsächlich benötigte Wassermenge erhalten. Der Bedarf ist laut dem BWP enorm, da rund 80 % der Heizungsanlagen in Wohngebäuden nicht hydraulisch abgeglichen sind. Der Verband betont zusätzlich, dass der hydraulische Abgleich stets Teil des Angebots zum Heizungstausch sein muss, nicht nur bei Wärmepumpen.

Der komplette Ratgeber „Modernisieren mit Wärmepumpe – von der Bedarfsermittlung bis zum Angebot“ steht auf der Webseite des Bundesverbands Wärmepumpe kostenfrei als Download zur Verfügung.

Förderung von Wärmepumpen

Verbraucher können sich die Installation von Wärmepumpen fördern lassen. Im Rahmen der BEG-EM (Bundesförderung Effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen) werden 30 bis 70 % für den Einbau einer klimafreundlichen Heizung auf Basis erneuerbarer Energien sowie von Anlagen zur Heizungsunterstützung gefördert. Die Basisförderung (30 %) gibt es für alle Verbraucher, die sich für den Einbau einer Wärmepumpe entscheiden.

Fachbetriebe sind bei der Einreichung des Förderantrags gefragt. Die Kosten für die Installation müssen in dem Antrag stehen. Der Bundesverband Wärmepumpe stellt den Fachbetrieben auch hier einen kostenfreien Leitfaden zur Verfügung. Der BzA-Praxisratgeber gibt ihnen wichtige Tipps und Hinweise darauf, welche Angaben zum „Projekt Wärmepumpe“ in den Antrag gehören.

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